live from China::Hong Kong S.A.R. (中国::香港特別行政區)

Wie man es schafft, keine Kaution wieder zu bekommen

2007-04-27, on 15:56 | In in china | 6 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Und wieder einmal habe ich eine brandheisse Story auf Lager! Es geht um Wohnungen, Vermieter, Mieter, geprellte Unterhaendler, Stress, aufs derbe gespannte Nerven, Chinesen(!), gutglaeubige Deutsche, und was sonst noch so dazu gehoert…

Der Hintergrund: Sergej und Ira mussten Ihren Aufenthalt in Kunming leider vorzeitig abbrechen. Da war das Problem mit der Wohnung, die sie ja noch bewohnten. Also machten Sie einen Deal mit dem Vermieter und schon war die Sache geritzt. Als es dann so weit war (wie gesagt, war alles etwas ueberstuertzt), hat das mit der Wohnungsabnahme zeitlich nicht so geklappt. Also haben sie mich gebeten, dies zu uebernehmen. Kein Ding! Dachte ich. Vielleicht war das ein Fehler. Im Prinzip ist so eine Sache aber ganz einfach: Schluessel hingeben, Kaution (1500元) zurueck bekommen. Ich habe die ganze Situation mal in einer Graphik zusammengefasst:


Kautionsgerangel in China

Der Tag der Uebergabe: Fok und ich schlaenderten nach Anruf des Vermieters zu der Wohnung, um die Schluessel zu uebergeben und die Kaution einzusacken. Nachdem der Vermieter ca. 300 Millionen mal (mindestens) in alle Schubladen reingeschaut, alles mal bewegt und angefasst hat, war es dann soweit, dass er sagte OK. Ich freute mich schon, die Scheinchen in der Hand bald in der Hand zu haben. Leider Gottes hing gerade an dem Tag eine Stromrechnung an der Tuer (Bankeinzug wurde in China noch nicht erfunden). Da ist dem Vermieter auch noch eingefallen, dass Strom, Wasser und Gas ja auch noch runter muessen von der Kaution. Nun gut dachte ich, kann ja nicht so viel sein, das bekommen wir schon geregelt. Dass aber die ganzen Zaehler zum Ablesen in der Wohnung sind, war ein gutes Argument fuer den Typen. Er fragte, ob er denn schon die Schluessel bekommen koennte, damit die Leute (Gas und Wasser, Strom scheint ja durch zu sein) die Zaehler ablesen koennen. Eigentlich wollte ich mindestens einen behalten. War aber das Problem, was mir auch einleuchtete, dass wenn beide Parteien den Schluessel haben, Streit aufkommt, wenn etwas der Einrichtung weg kommt. Letzten Endes wurden dem Vermieter dann die Schluessel ueberlassen, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Die ganze Sache ist nun 2 Wochen her und der aktuelle Stand ist folgender:


Kautionsgerangel in China

Was in den vergangenen 2 Wochen geschah: Ich habe in mehr oder weniger regelmaessigen Abstaenden bei dem Typen angerufen. Am Tag an dem Connie Kramer starb er die Schluessel bekommen hatte, meinte er naemlich “Montag ruf’ i di oan, da bekommst deine Kohle.” Es ward da gerade Sonntag gewesen und wir dachten uns, das ist doch OK so. Am Dienstag hat er natuerlich nicht angerufen, auch nicht am Mittwoch. Donnerstag habe ich dann angerufen und er meinte, er hat keine Zeit, weil er arbeiten muss. Wochenende ginge. OK, Wochenende. Da hat der auch nicht angerufen! Also langsam wurde ich sauer. Dann habe ich mich also wieder bei dem gemeldet und er meinte, ja, er ist am Wochenende nicht in Kunming, und ausserdem ist keiner im Wohnungsvermittlungsbuero, die da dabei sein muessen … Ja hallo! OK, nachdem ich diesmal meine, nennen wir es, Reizung innerlich verdaut hatte, habe ich ihn freundlichst (man hat das Ueberwindung gekostet) gefragt wann er denn koennte!?!? Hiess es wieder Dienstag. Nun ja, heute ist Freitag und er hat noch nicht angerufen. Also hatte ich gestern eine gute Bekannte, die sehr gut Deutsch kann und als Chinesin natuerlich Chinesisch, beauftragt ihn mal anzurufen und nachzuhaken wie man so schoen sagt. Ja, bla bla bla, hat er wieder irgendwas von wegen “geht nicht, weil die Ableseleute nicht da sind, wird monatlich gemacht, geht nicht usw.” gelabert. Nun langsam wurde es mir komisch. Ich mags einfach nicht verarscht zu werden!


Kautionsgerangel in China

Was heute geschah: Da ich aufgrund – aehm – diverser Zwischenfaelle (merken: darueber mal bloggen) den Auslaender-Polizisten, also der, der fuer das Auslaendergesindel hier in China zustaendig ist ;), gut kenne, dachte ich mir, kann man doch mal da anrufen. Als ich ihm dann erzaehlte, dass ich da nen Wenti (aka Problem) habe, geht um Vermieter, Wohnung, bla bla, und fragte, ob er mal vorbei kommen kann, sagte er gleich zu. Er hatte sich dann also fuer heute Nachmittag angekuendigt. Punkt 12:43 (verdammt guenstig! wollte gerade ne Nudel zum Mittag einnehmen) stand er vor der Tuer. Hat auch noch schoen seine halbe Einheit mitgebracht und so waren wir ne lustige Runde. Gastfreundlich wie ich bin (schliesslich wollte ich was von ihnen) habe ich auch gleich ne Runde Wasser geschmissen. Die koennen was suffen! Aber zurueck zum Thema. Nach vielleicht 15 Minuten reden, Mietvertrag zeigen, Unterlagen zeigen usw. hatten sie gecheckt, dass ich hier auf verlorenem Posten bin. Sie haben sich also entschlossen, mir zu helfen. Mensch! Darauf hatte ich gehofft, aber nicht mit gerechnet. Der eine Bulle hat auch gleich sein Handy gezueckt, welches zur Abwechslung mal nicht mit bunten Bildchen beklebt und Bimmelbammel dran hatte, und rief den Vermieter an. Hihi. Da ich eh nichts verstanden habe, war das meine Gelegenheit nochmal Wasser nachzufuellen!

Ich glaube, der Vermieter hat das jetzt gecheckt, dass er mir die Kohle geben sollte. Habe nach dem Telefonat erfahren, dass naechste Woche mal wieder Volksferien sind und danach wird das geregelt. Sprich, vielleicht nochmal 2 Wochen warten. *hmpf* Habe den Polizisten aber auch klipp und klar gesagt, dass ich nicht glaube, dass der mir hier was wieder geben will. Die sagten dann: Keine Angst. Jetzt wo wir da angerufen haben, hat der Schiss bekommen und rueckt die Kohle schon raus. Wenn nicht, sag uns einfach nochmal bescheid und wir schauen mal bei dem vorbei….

Fortsetzung folgt…

Todesmeldung

2007-04-20, on 18:35 | In in china | 1 Comment | Dieser Artikel in Deutsch

Das Schwein wurde gestern gekoepft! Sehr lecker uebrigens 🙂

The day the BlackBerrys died

2007-04-20, on 15:28 | In computer science, life | 1 Comment | Dieser Artikel in Deutsch

BlackBerry
Sorry fuer das Posten externen und dazu noch englischen Inhalts. Aber der Artikel ist einfach nur zu geil!

SAN FRANCISCO (MarketWatch) — Time check, 5:19 a.m., fire up home computer, check MarketWatch Web site. British pound still rising. J.P. Morgan earnings good. BlackBerry service down across North America.

What! BlackBerry service down? Can’t be. Grab BlackBerry on desk, hit click wheel. Nothing. Turn it off and on. Again nothing. Stick device in chest pocket and read article on Web site.

5:25 a.m. — Head out front door. Check headlines on mobile phone. Call New York bureau to see if everyone else’s BlackBerrys are down. No one answers. Briefly consider whether NY has shut down as well. Could this be the catalyst to prick the private equity bubble? A simple technology wrench chucked into the vast wheel of hedge fund and private equity deal-making? Possible. Still no answer in NY.

5:47 a.m. — Arrive at dock for ferry service to San Francisco from Marin County. Reach into chest pocket to check BlackBerry again. Still down. Meet friend working on his handheld. It’s a Treo. Damn him.

Den kompletten Artikel gibt es hier.

Die Welt ist ja sooo klein!

2007-04-19, on 00:13 | In life, sports | 2 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

1. FC Nürnberg
Gerade saß ich an meinem Laptop (jetzt ja auch wieder) und hörte so im Hintergrund die englischen Sport-Nachrichten auf CCTV9 (“China’s only English speaking news channel; broadcasting around China and across the globe!”). Dabei höre ich gerade so im Hintergrund, wie über das DFB-Pokal Fußballspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg berichtet wird, und höre, dass ein Spieler namens Marco Engelhardt das 1:0 für Nürnberg geschossen hat. Man! Da sitze ich hier am Arsch der Welt (naja, nicht ganz), schaue nen chinesischen Fernsehsender auf English, dessen Inhalte natürlich nach bestem Wissen und Gewissen zensiert wurden, und dann kommt da nen Kumpel im TV, mit dem ich mal in einer Klasse war. Sachen gibts! Der hat sogar nen englischen und deutschen Wikipedia-Artikel. Mensch, da werde ich ein bisschen neidisch! Vielleicht hätte ich doch Profi-Basketballer werden sollen?!? Aber Marco war ja in der siebten Klasse schon besser im BeBall wie ich – und das als Fußballer. Also Marco, falls du das liest (wovon ich mal nicht ausgehe), hau rein! Kommt irgendwie cool rueber mit chinesischen Fußball-Kommentatoren 😉

P.S.: Nur ein kleiner Fakt am Rande. Die Deutsche Bundesliga war der erste außerchinesische Fußball, der hier live im TV übertragen wurde.

Das Jahr des Schweins

2007-04-18, on 11:39 | In in china | 6 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Zum Jahr des Schweins (猪/亥) habe ich auch eines von meinen Eltern bekommen. Mal schauen, ob es wirklich Glueck bringt. Immerhin ist es ja das letzte Jahr im Zwoelfer-Zyklus.


Schwein zum Jahr des Schweins Schwein zum Jahr des Schweins

Immerhin heisst es, dass es Glueck bringt, wenn Kinder im Jahr des Schweins geboren werden. Mensch, dann muss ich mich aber noch ganz schoen ran halten! 🙂

P.S.: Wenn solch ein Schwein aus Thueringen kommt, dann ist das natuerlich voll mit leckerer Wurst! Ich glaube, ich muss es bald mal koepfen…

Eingesperrt im Fahrstuhl

2007-04-16, on 10:57 | In in china | 7 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Heute morgen stand ich puenktlich um kurz nach 8 Uhr im Foyer unseres Buerogebaeudes und wollte mit dem Fahrstuhl hochfahren. Dies ist die Zeit in der sich koz und die Putzfrau die klicke in die Hand geben, und ich leider ueber ihren frisch gewischten Fussboden latschen musste. Aber ich kann ja nicht warten bis das Ding trocken ist!

Naja, rein in den Lieblingsfahrstuhl (ja, man kann sowas haben!) und auf mein Stockwerk gedrueckt. Irgendwie hatte ich heute morgen gute Laune und habe sogar ein paar Scheiben Marmeladenbrot zum Fruehstueck gehabt. Zur Abwechslung also mal keine Fangbian Mian (方便面). Nunja, in meinem Stockwerk angekommen, ging die Tuer ca. 10 cm auf. Dann ging sie wieder zu und nichts passierte mehr. Nach dem druecken auf diverse Knoepfe und ausbrechender Panik (ich war allein ;)) ging nichts mehr. Nunja, der Klingelknopf hat keinen Anschein gemacht, irgendeine Funktionalitaet dahinter zu haben. OK, habe ich mich erstmal hingesetzt und Emails gelesen und auch schonmal beantwortet, bis mein Akku alle war. Leider dachte ich, die Chinesen wuerden schon mitbekommen, dass der Fahrstuhl stecken geblieben ist und irgendwann aufmachen. Falsch gedacht!

Nach einer halben Stunde dachte ich dann, koenntest ja mal den fok anrufen, dass der denen bescheid sagt. Ja, toll! Wenn der pennt, dann kann die Welt untergehen und der koz im Fahrstuhl verrecken dahinvegitieren sterben gelangweilt rumhaengen. Hat also nichts gebracht… Ja, nach ein paar Minuten entschloss ich mich, den Tuerwaechter (und auch Schluesselmeister) unseres Wohnhauses anzurufen, denn das war der einzige, dessen Nummer ich hatte, der in der Naehe war, und der auch rangeht. Naja, nachdem ich ihm verklickert hatte, dass ich im Nachbarhaus im Fahrstuhl feststecke und da raus will, muss er wohl hin gegangen sein und den Leuten (wir haben vielleicht 15 Securities und Angestellte hier, die nur fuers Haus zustaendig sind) zu sagen, mal das Ding wieder aufzumachen oder vielleicht ganz oder halt einfach irgendwas. Nach insgesamt 50 Minuten ging der Fahrstuhl mit einem mal aus. Also nichts mehr an Displays usw. Die Knoepfe gingen ja sowieso nicht, nun blieb also nur noch die Beleuchtung weg, wenn man drauf drueckte. Dann fuhr der Fahrstuhl mit einem mal in den 1 Stock – also das Foyer – und ich konnte relaxed aussteigen, in den Nachbarfahrstuhl rein und endlich hochfahren. Der Fussboden war dort nun auch trocken…

Also normalerweise brauche ich 5 Minuten ins Buero, heute waren es halt 50 Minuten. Also, man merke sich: Vorsicht vor XIZI OTIS Fahrstuehlen (西子奥的斯电梯)!


Koz im Fahrstuhl

Koz im Fahrstuhl

XIZI OTIS Fahrstuhl (西子奥的斯电梯)

P.S.: In den coolen amerikanischen Actionfilmen sieht man immer wieder wie die Helden im Fahrstuhl durch die Dachklappe rausklettern. Natuerlich gibts so nen kram bei den Chinesen nicht.


Wo ist der Notausgang?

Google Earth Positionen fuer den Vietnam Urlaub

2007-04-15, on 15:58 | In computer science | No Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Hiermit moechte ich ein – quasi – Novum auf diesen Blog bringen. Diese ganze Positions- und Navigationsgeschichte usw. beschaeftigt mich ja nun beruflich schon einige Zeit. In meinem letzten Urlaub hatte ich natuerlich auch meinen BlackBerry Pearl (cooles Ding by the way) und nen GPS Empfaenger am Start. Ohne kann man ja heutzutage nicht mehr aus dem Haus gehen!

Es wurden somit auch eine Menge Positionen aufgenommen, die ich heute gleich mal in die Beta-Version einer, wie ich wieder feststellen durfte, recht coolen Software reingeknallt habe. Ein bisschen herumgespielt habe ich damit, ein paar Daten und Kommentare, sowie Tags hinzugefuegt und das Ganze dann als KML fuer euch auf den Server geschoben. Irgendwie ist das schon eine coole Sache.

Also wer Google Earth drauf hat, der kann einfach auf “Vietnam Urlaub KML”.

Aufgenommen wurden die Punkte natuerlich mit Spot Spot. Versteht sich ja von selbst 😉

Wer Google Earth nicht drauf hat, der kann sich die Setup-Datei gern hier ziehen: http://earth.google.com/

LetsBuyIt(dot)com

2007-04-12, on 09:04 | In computer science, life | No Comments | Dieser Artikel in Deutsch


LetsBuyIt.com

Also irgendwie erinnert mich das an eine Firma, an der ich mal Aktien hielt. Irgendwann habe ich sie dann mal abgestossen, um den Rest wenigstens noch fuer 5 Euro zu versilbern…

Ich weiss nicht mehr genau, was damals passierte, vielleicht ist es die Verdraengung, die die Erinnerung ausgeloescht hat. Jedenfalls scheint es nicht so erfreulich gewesen zu sein. Wie dem auch sei, das Prinzip fande ich eigentlich gut, nur die Umsetzung schien schlecht gewesen zu sein. Sogar das Logo ist (fast) gleich geblieben….

Na wir werden sehen, was draus wird 🙂

Links:
LetsBuyIt soll zurückkehren
www.letsbuyit.com

Kredite vergeben? Wieso nicht?

2007-04-10, on 19:24 | In computer science | 4 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Habe gerade mal wieder die News durchstoebert und einen Artikel in der FAZ ueber das Web 2.0 gelesen. Eigentlich mag ich ja den Begriff nicht so. Ist irgendwie so aehnlich wie “Blogosphere” – was fuer ein Quatsch. Aber egal, der Artikel war gegen Ende recht interessant, denn es gibt in Deutschland wohl einen neuen Dienst, der es uns normalsterblichen ermoeglicht, Kredite zu vergeben. Und das auch noch an konkrete Projekte und Leute, deren Profile man vorher studieren kann. Der Laden heisst “smava” und macht einen aufgeraeumten Eindruck. Bei diversen Wirtschaftsimulationen, die ich ja so gerne mal spiele (man erinnert sich an die Patrizier, Anno, und Konsorten) habe ich auch des oefteren die angehaeufte Kohle als Kredite an andere vergeben. War schon nicht schlecht, aber leider nur simulierter Gewinn und kein echter.

Wie dem auch sei, ich finde die Idee echt gut. Vielleicht interessiert sich ja wer von euch dafuer. Man bekommt auf jeden Fall mehr Zinsen als auf dem Sparbuch. Abgesichert ist die Huette auch durch die BaFin usw. was es in Deutschland nicht alles gibt. Im Falle des Kreditausfalls ist aber auch der Verkauf an Inkasso-Firmen mit drin. Netter Service 🙂

Achja, falls wer nen guenstigen Kredit brauch, der kann da natuerlich auch mal reinschauen. Umgedreht gehts natuerlich auch, das ist ja der Gag.

Vietnam 2007-03-23 – 2007-04-05

2007-04-09, on 12:04 | In travelling | 11 Comments | Dieser Artikel in Deutsch

Vietnam Muetze
Es war nach langem mal wieder Zeit fuer einen Urlaub. Wie ich schon erwaehnte sollte es mich diesmal nach Vietnam verschlagen. Um genau zu sein, nach Hoi An in Zentral-Vietnam direkt an der Kueste zum Chinesischen Meer.

Das Ziel stand also fest und der Zeitraum auch. Nun musste nur noch ein Flugticket besorgt werden. Eigentlich klang das ja recht einfach, denn direkt neben Hoi An liegt ja Da Nang. Eine alte Handelsstadt, die zum Beispiel auch Landungspunkt der Ami’s im amerikanischen Krieg war und zudem nach Saigon und Hanoi den dritten internationalen Flughafen in Vietnam stellt. Nur dumm, dass von Kunming aus keine Direktfluege angeboten werden. Das mag wohl auch damit zusammen haengen, dass der Flugmarkt in Vietnam nicht so wirklich offen ist. Es gibt eine Hand voll Airlines von denen eigentlich nur Vietnam Airlines erwaehnenswert ist. Aber irgendwie ist es nicht so einfach Fluege zu buchen, die auch einen Inlandsflug mit drin haben. Irgendwie konnte ich das dann doch ueber Vitamin B geregelt bekommen und ich durfte fuer die Fluege Kunming-Hanoi-Danang-Hanoi-Kunming einen Sitzplatz mein Eigen nennen. Schlappe 350 Euronen hat der Spass gekostet, aber man goennt sich ja sonst nichts 🙂

Koz in Hoi An

Zu meinem Erstaunen startete der Flieger planmaessig und war wider Erwarten ein recht moderner Airbus A320. Auf dem Inlandsflug wurde es noch doller, denn da ging es ab in einen groesseren A321. Es war echt verwunderlich von wie vielen Touristen ich umzingelt war. Irgendwie kam ich mir komisch vor… Eigentlich wollte ich bei meiner Zwischenlandung in Hanoi und zwischen dem Umsteigen mal fix im Hotel anrufen, um auch vom Flughafen abgeholt zu werden (Da nang ist etwa 30 km entfernt von Hoi an). Leider war das Bording schon fast zu Ende als ich am Gate ankam (die Vietnamesen haben derbe bei der Immigration getroedelt), aber ich wollte trotzdem noch schnell telefonieren. Irgendwie hat der Geldschein, den ich vorher aus dem Geldautomaten gezogen habe nicht ganz in den Slot gepasst, wo ich dachte, der waere dafuer vorgesehen. Schien wohl sowas wie nen Kartentelefon zu sein. Egal! Neumodiger Schnickschnack! Ab in den Flieger und mal gucken, wie es so am Flughafen ausschaut. Man muss ja da auch weg kommen.

Saigon Spezial Bier

In Danang angekommen, bin ich gleich mal als erster raus. So nur mit Handgepaeck geht das einfach schneller und stressfreier. Da ich keinen Transfer im Vorfeld arrangiert bekommen habe, musste ich mir also so was suchen. Irgendwie ist es immer gut, erstmal rauszugehen, rumzustehen und dumm in die Gegend zu schauen. Es hat keine 2 Sekunden gedauert, da kam eine Vietnamesin an und wollte mir was andrehen. Natuerlich ging es um Unterkunft, Hotel oder sowas in der Art. Hatte ich aber schon. Aetsch. Trotzdem ergriff ich die Gelegenheit jemand English-sprachigen am Start zu haben und fragte gleich mal wie ich in das 30 km entfernte Hoi An komme. Mit dem Taxi meinte sie. Naja, nach ein bisschen hin und her habe ich ihr erklaeren koennen, wo ich denn genau hin will und sie hat mir ein Taxi organisiert. Hat reibungslos geklappt. OK, die Taxifahrt war etwas teurer, aber es war ja auch spaet am Abend und eigentlich wollte ich nur irgendwo Ruhe haben…

Auf der Strasse ist mir dann aufgefallen, dass die Gewaltenteilung hier in Vietnam etwas anders von Statten geht, als in China. Trotzdem gilt immernoch “der staerkere gewinnt”. Somit brauchte man sich nicht umorientieren. Das Verhaeltnis ist allerdings etwas verdreht. In China gibts zwar ne Menge Radfahrer (gefuehlte 5 Milliarden) aber auch eine Menge Autos. Hier, auf der 3-spurigen Strasse auf der wir fuhren, waren der Standstreifen und die beiden rechten Spuren fuer die Zweiraeder belegt, vorzugsweise knatternde Mopeds, die ab und an auch mal ordentlich abgehen. Ganz links dann duerfen die vier-raedrigen Fahrzeuge (Autos, Busse, LKWs) dann die paar ueberholenden Zweiraeder weghupen. Auch wenn das Chaos programmiert ist, kommt es mir aber so vor, als ob die Leute hier irgendwie vorsichtiger fahren, als in China. Wie dem auch sei, ich bin an dem Abend gut im Hotel angekommen und es wurde sich gleich erstmal ein kuehles Blondes genehmigt. Das war auch noetig!

Bei dem Bier in Vietnam merkt man eindeutig den staerkeren Einfluss auslaendischer Kraefte. Ausserdem muss ich zugeben, dass mich das chinesische Bier anscheinend etwas weich gemacht haben muss. 5+% sind einfach zu viel fuer einen Kerl meines Alters, der in China bestens mit 3,7% konfrontiert wird. Ab und zu kommt auch noch Flusswasser daher, was irgendwo an der unteren Grenze zu 3,0% angesiedelt ist. Aber natuerlich nur aus Versehen, sowas bestellt man nicht absichtlich! Zurueck zum Thema. Neben Tiger wurden auch noch Saigon Export und Special, 333 Beer und La Rue ausgecheckt. Alles in allem ist das meiste recht trinkbar. Da kann man verdammt nochmal(!) nicht meckern.

Krebs und Wasserspinat

Da wir das Bier als Wichtigstes nun durch haben, ab zum Essen. Ich habe schon so einige Horror-Stories von vietnamesischem Essen gehoert. Allerdings muss ich sagen, dass ich das nicht bestaetigen kann. Geschmacklich ist das meiste sehr leckor. Nur an die Jiaozi (饺子)-aehnlichen Gebilde aus Reisteig (Banh Cuon) komme ich nicht ran. Aber die Naehe zum Meer macht sich eindeutig im Essen bemerkbar, und so gibt es eine grosse Auswahl an Schrimps, Krabben, Krebsen, Hummer, Tintenfisch, “normalem” Fisch, aber auch Schwein, Haehnchen, Rind, usw. Nudeln und Reis sind natuerlich sehr beliebt. Wir sind ja hier in Asien, ne? Nur mal so zum Vergleich: ein Kilogramm Lobster (in Thailand hiess der bei uns Tiger-Prawn) kostet schlappe 600000 Dong, was in etwa 30 Euro entspricht. Ist also auch nicht so billig. Dafuer sah der recht lecker aus und war mit Abstand das teuerste in den Karten, die ich hier bis jetzt gesehen habe. Auf der rechten Seite kann der interessierte Leser dann auch mal typisch vietnamesischen Wasserspinat und einen Krebs (den ich eigentlich nur aus Versehen bestellt hatte) begutachten.

Irgendwann war dann auch mein Hotelaufenthalt zu Ende und es hiess Abschied nehmen von den 5 Sternen, dem leckeren Fruehstueck, den freundlichen und ansehnlichen Hotelangestelltinnen… Da die Fluege Kunming-Hanoi (und umgekehrt) nur 3 mal pro Woche gehen, hatte ich nicht so viel Auswahl und so ging mein Flug Danang-Hanoi-Kunming einen Tag spaeter als der Checkout-Termin vom Hotel. Also hiess es, irgendwie nach Danang kommen, eine Utnerkunft suchen und dann am naechsten Morgen abfliegen. Das “nach Danang kommen” war gar nicht so schwierig und ich wollte ja schon immer mal mit so nem vietnamesischen Moped-Taxi fahren. Am Abend vorher habe ich also alles klar und wollte dann am naechsten Morgen dahin, um los zu duesen. Leider hat es nach dem Fruehstueck schoen geregnet und – naja – es waere ja abenteuerlich gewesen, aber das wollte ich mir dann doch nicht geben. Ausserdem hatte ich ja auch nicht so viele Klamotten mit. Letzten Endes entschied ich mich dann doch fuer ein Taxi, so richtig mit Dach und Tueren und gruen angemalt. Im Taxi ist mir dann waehrend der Fahrt auch aufgefallen wieso mir der Taxifahrer bei der Ankunft bei einem Fahrpreis von 243000 Dong nicht irgendwas rausgegeben hat. (Dachte schon, er wuerde das als Trinkgeld einstecken, weils normal waere…). Nein, in den Taxis steht: “Nur passend bezahlen, die Taxifahrer geben nicht raus!” (frei uebersetzt). Das war ein offizielles Statement von der wohl staatlichen Taxifirma. Na toll, diesmal hatte ich doch glatt 25000 Dong parat und so gabs diesmal weniger “Trinkgeld” 🙂

Pineapple Shake in Danang

Irgendwie hat mich das Taxi aber auch ein bisschen an China erinnert. Ich steige ein, sage dem Typen wo ich hin will. Er versteht mich nicht! OK, ich zeige ihm die Karte mit der Strasse und dem Strassennamen und er ist sich immernoch nicht sicher. Dann zeige ich ihm den Namen des Hotels, was ich als 1-Nacht-Unterkunft auserkohren hatte und er, na sagen wir mal, nickt etwas und faehrt los. Nach vielleicht 30 oder 40 Minuten kommen wir in der Strasse an und irren mit dem Taxi wie wild rum, um das Hotel zu finden. Per CB-Funk kontaktiert er sein Buero und fragt nach, das kontaktierte anscheinend das Hotel (eigentlich ist der Begriff Hotel hemmungslos uebertrieben) und sagte ihm, wo er hin soll. Wiedemauchsei, wir sind irgendwann angekommen und ich habe mein Zimmer fuer 10 US$ pro Nacht inkl. Klimaanlage und TV bekommen. Exklusive diverse Kleintiere, zum Glueck. Ansonsten war die Location ganz OK, die Moebel waren ein bisschen herunter gekommen, aber es ging schon so. Etwas spaeter am Tag bin ich dann ein bisschen durch die Stadt geirrt, um mich auch hier mal umzusehen. So berauschend ist Danang nicht, muss ich ganz ehrlich sagen. Es soll ja die viertgroesste Stadt in Vietnam sein und nach Saigon (Ho Chi Minh City) und Hanoi den dritten internationalen Flughafen haben.

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr herumzulaufen und bin in das “158 Cafe”, weil es von aussen recht gut aussah. Wie so ziemlich alles hier, war auch dieses Cafe total leer und ich war der einzige. Ich hatte mich schon auf ein kuehles Blondes gefreut, immerhin gibts sowas ja in JEDEM Cafe auf der Welt (naja fast). Die Karte hat leider nur Kaffee, Milch, Saefte und Shakes hergegeben. Naja, sollte es ein Pineapple-Shake werden. Ich dachte eigentlich, dass mein englisher Wortschatz Pineapple richtig zuordnet und so erwartete ich einen leckeren Ananas-Shake. Dann bekam ich aber dieses gruene etwas. Nunja, ich muss sagen, ein Schuss Ananas scheint drin gewesen zu sein. Den Rest konnte ich nicht identifizieren und stemple es einfach unter dem Praedikat Farbstoff, Emulgator o.ae. ab. Damit durch, bin ich ein bisschen weiter herumgelaufen, auf der Suche nach einer Location, wo etwas Festnahrung eingenommen werden konnte. Allein in ein “richtiges” Restaurant zu gehen hatte ich keinen Bock und so wollte ich eigentlich an einem Strassenstand essen. Irgendwie bin ich auch an mindestens 20 vorbei gelaufen, aber ich bin nicht rein. Warum auch immer. Mit einem mal stand ich am Ende – naja fast am Ende – der Stadt an ner Bruecke, hielt kurz inne und ueberlegte, was ich denn nun mache. Dann kam ein Vietnamese angesprungen und wollte mich zum Abendbrot einladen. Er sass da mit seiner Truppe an so einem Strassenstand und die futterten da was. Naja, war das ja aus China gewoehnt und so dachte ich, das kann man ja ruhig mal mitnehmen. Gab irgendwie kalten Tintenfisch mit Minze usw., war recht essbar. Da aber nur ein Teller auf dem Tisch stand wollte ich denen nicht alles weg futtern und hielt mich zurueck. Dazu gab es eine ausrangierte Wasserflasche mit nicht mehr durchsichtigem Inhalt, der etwas dickfluessiger als Wasser war. Er wurde in ein Schaelchen bzw. eher Naehhut eingeschenkt und jeder durfte mal trinken. Da ich des Laengerem nicht gegessen hatte und an dem Tisch vielleicht 10 von diesen Dinger trinken musste getrunken habe, dachten die wohl, sie bekommen mich rum! Ja hallo, ich schaetze die Huette hatte nicht mal 30%, das ist doch nix gegen die Chinesen, wo es bei 52% erst los geht. Der Typ, der mich beim “Innehalten” aufgegabelt hatte wurde mir aber immer suspekter und ich hatte das Gefuehl er war schwul. Irgendwann haben die dann nen anderen Typen organisiert (der uebrigens ganz cool war) und gut english konnte. Der hat mich dann auch noch auf was zu futtern und nem Kaffee (ich hab dann doch lieber Lemon-Juice genommen) in sein Cafe eingeladen. Nunja, kann man ja nicht ablehnen. Die schwule Hupe musste sich natuerlich dran haengen und derbe rumnerven. Wieso passiert mir sowas? Sehe ich etwa so attraktiv aus fuer gleiche Geschlecht? Na egal, irgendwann war ich auch down und wollte einfach nur zurueck ins Hotel und pennen. Am naechsten Tag ging der Flieger auch schon recht frueh. Also hab ich mich bedankt, verabschiedet und dann im Zickzack die Strasse entlang die Hupe abgeschuettelt. Puh, war ich froh, als ich wieder in meinem Hotelzimmer war. Die Tuer habe ich auch gleich erstmal von innen abgesperrt. Man weiss ja nie, auf was fuer Ideen die kommen…

Koz in Danang

Am naechsten hatte ich die naechste Chance mit dem Moped-Taxi zum Flughafen zu fahren. Diesmal hat eindeutig die Faulheit gesiegt und ich habe mir ein Taxi bestellen lassen bestellt. Unterwegs war ich dann auch froh, denn ich habe so viele Mopeds in der Innenstadt gesehen, ich dachte, so viele gibts nicht mal auf der ganze Welt! Der “Internationale Airport” in Danang scheint aber seinen Titel im Lotto gewonnen zu haben. So klein, popelig und doch schon recht verdreckt habe ich lange keinen mehr gesehen. Als ich hier ankam war es dunkel ich bin da gleich raus. Also konnte ich das bei der Ankunft nicht so beurteilen. Naja, der Flug zurueck in den neuen Maschinen der Vietnam Airlines war sehr erholsam und relaxed. Ach, eins noch. In Hanoi am Flughafen habe ich nach laengerem Suchen irgendwann den Check-In Schalter fuer meinen Flug Hanoi-Kunming gefunden. Eigentlich haette mir das eher auffallen sollen, denn es standen 5 Chinesen davor, die auch noch weitere 20 Minuten vor mir standen. Grund war deren Gepaeck und Uebergewicht (also das vom Gepaeck). 2 Koffer von denen hatte unter 30kg und 3 ueber 30kg. Problem! Wir muessen das umpacken! Ja… das hiess, alle Koffer aufreissen, was von dem einen in den anderen, zu machen, auf die Waage stellen, wieder runter nehmen, wieder aufmachen, was in nen anderen Koffer packen, usw. Dabei ging es um so wichtige Sachen wie eine riesen Tuete Erdnuesse, Suessigkeiten, Obst usw. Alles Sache, die man nur in Vietnam bekommt. Klasse! Dachte ich, endlich wieder in China…

Google Earth KML Datei zum Betrachten der Locations, an denen ich war, gibt es hier: “Vietnam Urlaub KML”.

P.S.: Irgendwie ist das Foto mit den Palmen nicht so geworden, wie ich das wollte.
P.P.S.: Es war ein schoener, erholsamer Urlaub. Vietnam ist auf jeden Fall zu empfehlen! 😀

Allgemeine Links (nicht im Text enthalten):
Vietnamesische Küche

Next Page »

about | kozens blog