Wie Hong Kong aus unserer Perspektive war und auch noch ist

Es gibt über 100 Strände in Hong Kong

Gestern habe ich versucht die aktuellen Demonstrationen in Hong Kong zu erklären. Das hat ggf. ein etwas nicht so schönes Bild von Hong Kong hinterlassen.

Deshalb möchte ich heute zeigen, was Hong Kong für uns auch bedeutet (hat) und wie wir es erlebt haben. Denn neben den vielen Hochhausschluchten, den Menschenmengen und der Hektik, gibt es viele ganz andere liebenswerte Seiten dieser Stadt, die mich auch nach 10 Jahren jede Woche immer wieder aufs Neue überrascht hat.

Hier also eine kleine Auswahl von Impressionen von “unserem Hong Kong”:

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Warum in Hong Kong 1/7 der Bevölkerung demonstriert

Hong Kong Demonstrationen © HKFP

Ich habe 10 Jahre in Hong Kong gelebt. Außerdem habe ich dort meine Frau kennengelernt und unsere Tochter ist in Hong Kong geboren. Wir besitzen alle eine permanente Aufenthaltsgenehmigung dort und können somit dort u.a. auch wählen gehen. Kurzum: Hong Kong ist uns ans Herz gewachsen und es ist uns wichtig, dass dieser kleine Fleck Freiheit im Reich der Mitte erhalten bleibt.

Für meine Freunde hier in Deutschland möchte ich einmal kurz zusammen fassen, worum es bei den aktuellen Demonstrationen in Hong Kong geht und wieso diese Meinungsbildung so wichtig für die Hongkonger ist.

Eingeteilt habe ich diesen Artikel in drei Teile:

  1. Was ist Hong Kong
  2. Was und wer sind “Hongkonger”
  3. Was die Hongkonger erreichen wollen

 

1. Was ist Hong Kong

Hong Kong war vor dem Jahre 1842 ein Felsen im südchinesischen Meer, der nur sporadisch von ein paar wenigen einheimischen Fischern und vielleicht ein paar Piraten bewohnt war. Den ersten Opiumkrieg zwischen dem Britischen Imperium und Chinesischen Kaiserreich hat Großbritannien für sich entschieden. Neben Reparationszahlungen wurde u.a. auch Hong Kong an Großbritannien abgetreten. Wohlgemerkt ohne zeitliche Begrenzung. Es war fortan eine britische Kronkolonie.

Auch den zweiten Opiumkrieg entschied Großbritannien für sich und China trat den “Distrikt 1” von Kowloon sowie “Stonecutters Island” an Großbritannien ab. Wiederum ohne zeitliche Begrenzung.

Im Jahre 1898 wurde den Briten klar, dass Hong Kong mehr Platz braucht, um zu wachsen und es zu sichern. Somit wurde ein Pachtvertrag mit China für die “New Territories” geschlossen, der auf 99 Jahre festgeschrieben wurde und somit bis 1997 lief. Im Vergleich: Die 12-fache Fläche des existierenden Hongkong’s kam somit dazu. Hier eine Übersicht über den zeitlichen Verlauf:

Hong Kong Karte - Quelle Wikipedia
Hong Kong Karte – Quelle Wikipedia

DIE RÜCKGABE

In den 1980er Jahren hat die Regierung der Volksrepublik China den Briten klar gemacht, dass sie den Pachtvertrag über die “New Territories” im Norden nicht verlängern wollen. Sprich, China wollte sein Territorium zurück. Für die Briten war es aber längst schon eine Stadt geworden, die untrennbar war. Somit boten die Briten an, nicht nur die “New Territories” sondern Hong Kong als Ganzes, also auch “Hong Kong Island” und “Kowloon”, China zu überlassen. Das war natürlich interessant für China, denn auf HK Island und in Kowloon sind die ökonomischen Zentren der Stadt. China war also interessiert. Das wiederum gab den Briten eine Verhandlungsmacht, mit der sie bestimmte Interessen durchsetzen konnten.

Somit konnte in dem Vertrag über die Rückgabe von Hong Kong an China folgendes für Hong Kong festgeschrieben werden:

  1. Die Gewaltenteilung bleibt erhalten.
  2. Die Justiz ist unabhängig.
  3. Die Exekutive ist unabhängig.
  4. Die Gesetzgebung ist unabhängig.
  5. Es besteht Rede- und Meinungsfreiheit.
  6. Es besteht Demonstrationsfreiheit.
  7. Es besteht Pressefreiheit.
  8. Hong Kong verwaltet sich selbst (bis auf Verteidigung und Außenpolitik).
  9. Es sollen demokratische Wahlen für Legislative und Regierungschef eingeführt werden.
  10. Garantiert für mind. 50 Jahre (also bis 2047).
  11. Grundprinzip: “Ein Land, Zwei Systeme”.

Insbesondere der letztere Punkt wird immer wieder aufgegriffen. Er bedeutet ganz einfach, dass Hong Kong fortan zu China gehört, welches sein kommunistisches System hat. Hong Kong selbst aber ein eigenes offeneres politisches und gesellschaftliches System hat. Trotzdem sind sie beide Teil des selben Landes. Also “ein Land, zwei Systeme”.

 

2. Was und wer sind “Hongkonger”

Hong Kong selbst war schon immer ein “Einwanderungsland”. Fast alle Bürgerinnen und Bürger von Hong Kong haben wie es im deutschen so schön (und oft fast schon beleidigend) heißt einen “Migrationshintergrund“. Hier ein Überblick über die ethnische Verteilung aus dem Jahre 2016:

Ethnien in Hongkong
Ethnie Männer Frauen Gesamt
Chinesen 3.237.938 3.514.264 6.752.202
Filipinos 10.926 173.155 184.081
Indonesier 1.792 151.507 153.299
Weiße* 37.016 21.193 58.209
Inder 17.665 18.797 36.462
Nepalesen 13.188 12.284 25.472
Pakistaner 10.388 7.706 18.094
Thailänder 1.336 8.879 10.215
Japaner 4.970 5.006 9.976
Andere Asiaten 7.827 11.762 19.589
Andere 32.316 36.670 68.986
Gesamt 3.375.362 3.961.223 7.336.585
Anmerkung: * „White“ bzw. ‚白人‘ – in der Amtliche Statistik
Quelle: Wikipedia / Amtliche Statistik 2016[15]

Ich habe zu der kleinen Minderheit der “Weißen” gezählt, die mit nur 58 Tausend einen äußerst geringen Teil der 7,3 Millionen Menschen ausmacht. Um genau zu sein: 0,8%. Trotzdem habe ich mich nicht so ausgegrenzt gefühlt, wie so manche Ausländer in Deutschland heutzutage. Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Wenn man die Übersicht so ansieht, dann könnte man denken, dass die überwiegende Mehrzahl der Hongkonger Bevölkerung der selben Herkunft angehört und sie somit als “Einheit” betrachtet werden kann. Dem ist allerdings nicht so.

“Ethnisch Chinesisch” fasst in diesem Fall Chinesen aus Hong Kong und Chinesen aus der Volksrepublik China, die nach HK gekommen sind, zusammen. Das macht im ethnischen Kontext auch Sinn, aber im gesellschaftlichen Sinne gibt es hier sehr viele Vorurteile und Abneigungen.

Spezielle Immigrationsprogramme in Hong Kong sorgen dafür dass jährlich eine bestimmte Anzahl von Chinesen ohne “Prüfung auf berufliche Qualifikation” o.ä. eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Ich hatte mal von 150 pro Tag gehört, aber ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Darüber hinaus gibt es ein mehr oder weniger unbegrenztes Programm für qualifizierte Arbeitskräfte aus der VR China. Sprich, wenn man was drauf hat und in HK gebraucht wird, dann bekommt man ein Arbeitsvisum. Hinzu kommen Studienplätze mit anschließendem Bleiberecht usw. Kurzum: Es ist von der Regierung gewollt, Immigration von Chinesen aus China nach Hong Kong zu fördern.

Gleichzeitig gibt es allerdings viele Vorurteile von Hongkongern gegenüber diesen Festland-Chinesen die konstant nach Hong Kong kommen. Das fängt mit Umgangsformen wie rüpelhaftem Verhalten an; geht über zu Schwemmen von Touristen die in HK nur shoppen gehen, die Straßen und Geschäfte verstopfen und dann wieder weg; über zu Schwangern die in HK ihr Kind zur Welt bringen wollen und somit das kostenlose Gesundheitssystem an den Rande des Kollapses brachten; bis hin zu Neureichen die Immobilien in Bar mit einem Koffer voller Scheine bezahlen und so die Preise hoch treiben.

Gleichzeitig werden auch immer wieder mal Medienunternehmen, wie die liberale South China Morning Post zum Beispiel, von chinesischen Firmen übernommen (in dem Fall Alibaba). Die Angst der Zensur greift um.

 

3. Was die Hongkonger erreichen wollen

Vor diesem Hintergrund ist Hong Kong jetzt fast 22 Jahre nach der Rückgabe an China an einem Punkt angekommen, wo die Menschen wenigstens die elementarsten Dinge, und zwar ihre Freiheiten in Hong Kong, verteidigen wollen.

Aktuell geht es um einen Gesetzesentwurf der Hongkonger Regierung. Dieser soll es erlauben — wenn auch unter scharfen Auflagen — Hongkonger Staatsbürger an China ausliefern zu können. Das ist mit den aktuellen Gesetzen nicht erlaubt. Auch wenn jeder Einzelfall richterlich geprüft werden würde — man bemerke viele Konjunktive — öffnet dies doch die Tür der Auslieferung der eigenen Bürger an ein kommunistisches Regime, wo die Gerichte nunmal nicht unabhängig sind.

In dem Gesetzentwurf sollen u.a. politisch Angeklagte ausgenommen werden. Das ist aber auch nicht mehr als Augenwischerei, denn in China werden Menschen auch gern mal unter einem Vorwand für etwas anderes angeklagt. Ist eine Person erst einmal nach China ausgeliefert, dann wird es schwer für die Person dort wieder heraus zu kommen.

Vor einigen Jahren gab es zum Beispiel den Fall von ein paar verschwundenen Buchhändlern aus Hong Kong, die in Hong Kong(!) China-kritische Bücher vertrieben hatten. Das ist dort erlaubt. Nach einigen Monaten sind die Buchhändler wieder aufgetaucht – manche in China. Es gab natürlich fadenscheinige Begründungen wieso diese dort waren usw. Aber quasi keiner in Hong Kong glaubt diese “Begründungen”. Eigentlich glaubt jeder, dass diese von Spionen der VR China entführt wurden. Ob das so stimmt oder nicht, kann ich nicht bewerten. Auszuschließen ist es allerdings in der Tat nicht.

Mit diesen und vielen anderen Vorfällen im Kopf, erkennen die Hongkonger, dass China versucht seine Macht in Hong Kong sukzessive auszubauen — und das auch ganz ohne bis 2047 zu warten. Die aktuelle Regierungschefin wird schlichtweg als Marionette der chinesisch kommunistischen Regierung angesehen und nicht als Vertreterin der Hongkonger Bürgerinnen und Bürger — was eigentlich ihre Verpflichtung wäre.

Auch wenn es in Hong Kong fast alle Elemente einer demokratischen Gesellschaft gibt; eines fehlt dabei: Die Macht der Bevölkerung den Regierungschef bzw. die Regierungschefin wählen zu können. Das war der Grund für die letzten großen Proteste im Jahr 2014. Damals wurden die Proteste hauptsächlich von jungen Menschen geführt.

Dieses Jahr ist es anders. Auch wenn es trotzdem viele junge Menschen auf die Straßen treibt, so ist der aktuelle Protest doch sehr viel breiter angelegt. Wenn es tatsächlich über eine Millionen Menschen waren, die demonstriert haben, dann ist das eine Stimme die gehört werden muss.

Viele meiner Bekannten haben ihren Angestellten heute frei gegeben, damit diese an den Protesten teilnehmen können. Ganz einfach, weil jedem klar ist, dass Hong Kong nur zu dem Hong Kong werden konnte das es heute ist, weil die Menschen gewisse essentielle Rechte genießen und sich frei entfalten können. Die Freiheit ist es immer wert dafür einzutreten.

Ich habe großen Respekt vor allen die friedlich für ihre Freiheit eintreten — in Hong Kong wie auch anderswo in der Welt.

 

Hier noch ein paar Impressionen von den Demonstrationen:

 

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Making-of: Floß für GoPro Hero zum Entenrennen auf der Salza

Gestern war hier in Bad Langensalza wieder ein großes Entenrennen. Ganze 666 Enten gingen an den Start und wir hatten die Idee, eine Kamera mit auf die Reise zu schicken, um das ganze Rennen auch aus der Entenperspektive mit zu erleben.

Nun stellte sich die Frage, wie wir die Kamera schwimmen lassen können. Sie ist zwar in einem Wasserdichten Gehäuse, aber schwimmen tut das per-se ja nicht wirklich.

Unsere Salza ist zwar kein reißender Großfluss, aber dadurch, dass an einigen Stellen vor vielen vielen Jahren Anstauungen vorgenommen wurden, um die Mühlen anzutreiben; haben sich doch so einige Stromschnellen gebildet. Gute Schwimmfestigkeit war also nötig.

Glücklicherweise, haben wir an unserem Haus letzte Woche den Außenputz dran bekommen. Dabei wurden die Fensterlaibungen außen mit Gewebeband und etwas Isolier-Styropor verkleidet, bevor diese verputzt wurden. Von diesem Styropor haben wir etwas Verschnitt ab bekommen und ich konnte es in eine mehr oder weniger stromlinienartige Form schneiden.

Dann musste noch ein Schwert unten dran, damit — so dachte ich mir das jedenfalls — das Floß auch immer schön nach vorn schaut. Da musste ein ausgedienter Eiskratzer dran glauben, der aber noch weich und leicht genug war, um ihm auch ein paar Löcher zu verpassen.

Noch ein paar Schlitze rein, damit die GoPro-Halterung festgezurrt werden konnte, sowie einen etwas sportlicheren Anstrich und schon war es fertig.

Hat auch alles relativ gut beim Rennen funktioniert. So ca. 4 mal glaube ich, ist das Floß umgekippt und musste gedreht werden. Ansonsten aber war die Fahrt wohl sehr stabil. Auch so einige kleine Stromschnellen wurden wohlbehalten überstanden. Größere Stromschnellen hatten es dann aber faustdick hinter den Ohren.

Das Floß in Action!
Das Floß in Action!

Vielen Dank auch hier nochmal an den Fischereiverein, die unser kleines Kamerafloß in die Mitte im hinteren Drittel der Enten platziert haben.

Hier sind ein paar Photos von dem Floßbau:

Das finale End-Video vom Entenrennen gibts auch bald zu sehen. Es bleibt spannend!

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Rundumflug um das halb-fertige Haus mit der Mantis Q von Yuneec

Es gab ja schon länger keine Infos mehr zu unserem Hausbau, da wir in der Tat viel zu tun hatten und sich alle paar Tage etwas getan hat. Letztes Wochenende war mal schönes Wetter und ich konnte meine Mantis Q Drohne von Yuneec aus der Garage holen und einmal einen kurzen Rundflug machen. Nur um zu schauen, ob oben alles OK ausschaut.

Irgendwann werde ich auch mal ein besserer Pilot. Dann wirds vielleicht auch etwas flüssiger.

Ich hatte mir vor ein paar Monaten die Mantis Q geholt, weil sie nur ca. halb so teuer war, wie ein vergleichbares Modell von DJI. Dafür gibt es die Bildstabilisation nur bis 1080p. Bei 4K-Aufnahmen ist eine Flugaufnahme ohne Bildstabilisator schon sehr wacklig am Ende. Nichtsdestotrotz ist die Quali schon ganz ok für eine relativ erschwingliche kleine und handliche Drohne.

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Erfahrung #3 mit der Bauherren-Hotline der Telekom

Vorherige Beiträge zu diesem Thema:

Nach meinen ersten beiden äußerst positiven Erfahrungen mit der Bauherren-Hotline der Deutschen Telekom, hat dies nun einen kleinen Dämpfer bekommen.

TLDR; Die Telekom hat mir bereits einen Vertrag gebucht, den ich gar nicht bestellt hatte.

Wie vorher bereits berichtet, habe ich einen Hausanschluss beantragt. Bei meinem letzten Telefonat mit der netten Dame von der Bauherren-Hotline, wurde ich gefragt, ob ich auch Interesse an einem Breitband-Vertrag von der Telekom hatte. Da man als Nachfolgeauftrag für einen Hausanschluss gut Discount bekommt, habe ich ganz konkret gesagt: “Ja, ich habe grundsätzlich Interesse. Ich möchte aber abwarten bis der Hausanschluss gelegt ist. Denn bis dahin kann es durchaus sein, dass eine schnellere Anbindung möglich ist.” So in etwa war mein O-Ton.

Nun hat es mich verwundert, dass ich diesen Montag eine E-Mail mit folgendem Text erhalten habe:

EINGANGSBESTÄTIGUNG
zu Ihrem Auftrag vom 14.01.2019

Sehr geehrter Herr KOZEN,

wir freuen uns sehr, dass Sie sich für die Telekom und für Magenta Zuhause M entschieden haben.

Bitte haben Sie noch etwas Geduld. Unsere technische Prüfung steht noch aus.
Im Moment prüfen wir, ob und ab wann wir die gewünschten Leistungen technisch bereitstellen können. Sobald wir mehr dazu wissen, informieren wir Sie mit einer Auftragsbestätigung über den genauen Bereitstellungstermin.

Freundliche Grüße

Verwunderung machte sich breit, denn ich hatte ja gar keinen Tarif gebucht. Also habe ich einfach mal auf die E-Mail mit folgendem Text geantwortet.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin etwas verwundert, dass Sie in Ihrem PDF “Eingangsbestätigung” schreiben: “dass Sie sich für die Telekom und für Magenta Zuhause M entschieden haben.”

Ich habe mich aber noch zu keinem Vertrag entschieden. Ich habe lediglich erst einmal einen Hausanschluss beantragt (Auftrags-Nr.: 47110815). Den Vertrag buche ich erst, wenn der Hausanschluss erfolgreich gelegt wurde.

Ich bitte umgehend um Erklärung.

Mit freundlichen Grüßen,

Es kam sofort eine Eingangsbestätigung per E-Mail zurück. Als sich allerdings nach zwei Tagen noch immer niemand gemeldet hatte, bin ich nochmal auf die Webseite der Telekom und habe deren “Online-Widerrufsformular” gefunden. Also habe ich meine Daten dort eingegeben und diese abgeschickt.

Heute ruft mich nun ein netter Herr von der Bauherren-Hotline an, der sich dem Thema annahm. Ich weiß nun allerdings nicht, ob dieser sich aufgrund meiner E-Mail oder aufgrund des Widerrufsformulars bei mir gemeldet hat.

Wie dem auch sei, es wurde mir mitgeteilt, dass wohl bei meinem vorherigen Telefongespräch ein Vertrag für mich gebucht wurde. Obwohl ich das explizit nicht wollte. Davon abgesehen, schließe ich prinzipiell keine Verträge übers Telefon ab.

Jetzt jedenfalls ist der betreffende Auftrag aus meinem Konto wohl entfernt. Dies war zwar auch telefonisch passiert und ich habe das im Moment nicht konkret schwarz auf weiß, aber ich gehe jetzt einfach mal gutgläubig davon aus, dass dies auch der Fall ist.

Kurz um, hat das Ansehen der Bauherren-Hotline dadurch schonmal einen kleinen Knicks bei mit bekommen. Für gut kann man aber heißen, dass die Telekom relativ schnell reagiert hat und ihrer gesetzlichen Pflicht beim Widerruf sofort nach gekommen.

Von daher, es ist alles gut soweit und wir sind gespannt wie das Thema Telekom in den nächsten Wochen noch so weiter geht.

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Hausbau #3: Aushub und Bodenplatte

Teil 3 meiner Serie an Artikeln über unseren Hausbau.
(weitere und frühere folgen)

Nach einem etwas sehr langen Antragsverfahren für unsere Baugenehmigung, konnten wir diese am 25. Oktober 2018 endlich erhalten.

Am 22. November 2018 konnte dann also endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Eigentlich hat unser Bauträger Town & Country ja bis zu 8 Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung Zeit, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Da allerdings unser Grundstück auf einem ehemaligen Kasernen-Gelände liegt, sind mögliche Bodenbelastungen nicht auszuschließen. Vor ca. 100 Jahren war es eine Kaserne der preußischen Armee und zu DDR-Zeiten war es über viele Jahrzehnte die Kaserne eines Panzerbattaillons der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Genau des “119th Independent Tank Regiment“.

Aushub

Der Freistaat Thüringen und seine Landesentwicklungsgesellschaft LEG als Vorbesitzer hatten zwar in den 1990’ern dafür gesorgt, dass das gesamt Areal rückgebaut wurde, aber ganz ausschließen kann man mögliche Belastungen trotzdem nicht. Deshalb wurde uns das Recht eingeräumt, ggf. belasteten Aushub auf Kosten der LEG bis zum 31.12.2018 zu entsorgen. Demzufolge, war es wichtig, dass unsere Tiefbauarbeiten noch rechtzeitig vor Ende des Jahres starteten. Das hat unser Bauträger und die lokale Tiefbaufirma auch sehr zügig hinbekommen.

Wie man sehen kann, sollte der Aushub eigentlich eher lehmiger Boden sein. Es kam jedoch einiges graue bis schwarze zu Tage. Somit wollte das Entsorgungsunternehmen nicht einmal den Aushub entsorgen, ohne ihn zu prüfen. Die LEG als Vorbesitzer wurde also informiert und diese haben einen Experten geschickt, der dann auch eine Menge Bodenproben genommen hat. Diese werden nun analysiert und in den kommenden Wochen werde ich wohl wissen, ob eine Sonderentsorgung nötig ist. Wenn dies der Fall ist, wird die LEG die Kosten dafür übernehmen.

Update 7. Januar 2019: Nach Auswertung der Bodenproben liegt wohl eine Phenol-Belastung vor. Hierdurch wird unser Aushub in die Kategorie Z1.2 eingestuft, wodurch er nicht wieder einbaufähig ist. Demzufolge wird jetzt ein öffentliches Ausschreibungsverfahren zur sachgerechten Entsorgung gestartet. Wir sind gespannt was da bei rum kommt.

Nach einigen schrottähnlichen Fundstücken, gibts einen durchaus nennenswerten Fund. Eine Spitzhacke mit einem Stahlrohr, das als Griff angeschweißt wurde.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren es wohl die Sowjets, die die Hacke dort hinterlassen haben. Ist nicht leicht das Ding aber ggf. macht das nach etwas Restaurierung zur Dekoration etwas her. Erstmal behalten wir die und schauen mal, ob noch was zu Tage tritt.

Bodenplatte

Nichtsdestotrotz, konnte gleichzeitig mit den Tiefbauarbeiten weiter gemacht werden. Wir haben auch gleich unsere Einfahrt und die Terrasse mit ausheben sowie mit Frostschutz schottern lassen. Auch ein kleines Loch haben wir uns für unsere Zisterne ausheben lassen. Wenn der Bagger schon mal da war, wieso nicht?

Außerdem wurden dann auch gleich die Schmutz- und Regenwasserleitungen an den Revisionsschacht im Misch-Wassersystem angeschlossen. Ein Schotterpolster wurde gelegt und rings um Haus herum eine Polsterentwässerung. Aufgrund des zuvor gemachten Baugrundgutachtens musste das Gründungspolster und die Entwässerung entsprechend angepasst werden, um dem Boden mit seiner Frostempfindlichkeitsklasse 3 sowie anderen Eigenschaften (Fließempfindlichkeit, Tragfähigkeit, Durchlässigkeit, etc) zu entsprechen.

Letztenendes konnte aber die Bodenplatte gegossen werden. Es war ein nebliger Tag als gegossen wurde und somit relativ feucht. Das hatte auch etwas gutes. Wird eine Bodenplatte im Sommer gegossen, so wird diese danach oft noch einige Zeit mit Wasser besprüht. Denn sollte sie zu schnell aushärten, dann kann es sein, dass diese reißt und das kann man durch Besprühen vermeiden. Da bei uns aber der Tag und die Folgetage recht feucht waren, musste dies nicht gemacht werden. Wie auf den Bildern zu sehen ist, blieb die Bodenplatte recht feucht und ist mittlerweile gut durch gehärtet.

Über Weihnachten und Neujahr war erwartungsgemäß Pause. Diesen Monat gehts wohl weiter. Der grobe Plan sieht aktuell so aus:

  • Januar: Rohbau
  • Februar: Dachstuhl + Fenster
  • April: Strom + Telekom + Wasser
  • Juni: schlüsselfertig

Gibt natürlich vielmehr Details zu den unterschiedlichen Gewerken. Der Einfachheit halber hier mal weg gelassen. Dafür ist das Town & Country “Mein Haus” Portal recht interessant. Wir sind jetzt quasi zu 40% fertig 🙂

Town & Country Mein Haus Portal

 

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Erfahrung #2 mit der Bauherren-Hotline der Telekom

Ich hatte letztens ja von meiner ersten Erfahrung #1 mit der Bauherren-Hotline der Telekom berichtet.  Es war eine recht positive Erfahrung und so ging bisher auch weiter. Vor ca. einer Woche, also ziemlich kurz nach Neujahr, wurde ich von – ich glaube – der selben Dame angerufen, mit der ich vorher schon telefoniert hatte. Sie meinte, dass sie alle meine Unterlagen bekommen haben und nun den Auftrag an das ausführende Unternehmen weiterleiten.

Nach meinem ersten Telefonat Mitte Dezember mit der Hotline, wurde mir gesagt, dass ich bald Post (E-Mail) bekomme. Die E-Mail kam auch wenige Tage später und darin wurden Dokumente nachgefragt:

  • Auftrag zur Herstellung des Hausanschlusses
  • Grundstücksnutzungsvertrag (GNV)
  • Lageplan

Der “Auftrag” ist quasi ein Formular, was ich unterschreiben durfte, um die Telekom auch zu beauftragen mir den Hausanschluss zu legen. Kostet im Moment €799, wenn die Anschlussbox im Haus installiert wird. Ist wohl angeblich kostenlos, wenn diese draußen angebracht wird aber das will ja eigentlich niemand.

Der Grundstücksnutzungsvertrag (GNV) gibt der Telekom das Recht, das eigene Grundstück für den Hausanschluss zu nutzen. Denn der Anschlusskasten sowie die Zuleitungen beispielsweise bleiben ja im Besitz der Telekom. Sprich, die tauschen die auch aus, wenn sie defekt sind. Da deren Kasten aber auf meinem Grundstück ist, sollte ich denen das auch gestatten.

Der Lageplan wiederum gibt einfach an, wo das Haus liegt, wo in etwa der Anschluss hin soll und wo der Anschluss ans existierende Netz geschaltet werden kann.

Ich hatte ja alle Sachen zur Hand und konnte somit alles schnell ausfüllen und noch ein paar Tage vor Weihnachten raus schicken.

Die Bearbeitung hat dann ungefähr 2 Wochen gedauert. Wobei man feststellen muss, dass in diese 2 Wochen Weihnachten und Neujahr lagen. Von daher bin ich schonmal von der schnellen Bearbeitung beeindruckt.

Jetzt kam gerade nochmal eine offizielle Auftragsbestätigung per E-Mail sowie eine Nachricht, dass die ausführenden Unternehmen beauftragt werden.

Nett ist auch, dass man den aktuellen Bearbeitungsstatus auf der Bauherren Webseite der Telekom nachschauen kann. So sieht das im Moment aus:

Auf Basis unseres aktuellen Baustands können wir wohl so mit April für das Legen des Telekom und Strom Hausanschlusses rechnen. Ich bin ja mal gespannt, ob der Zeitplan grob eingehalten wird.

 

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Rezept: Verrückter Italienischer Schokokuchen – ohne Ei, Nüsse oder Milch (laktosefrei)

Bei unserem letzten Aufenthalt in Singapur wurde uns dieser Kuchen serviert und er war super-lecker, saftig und sehr schokoladig. Also haben wir uns das Rezept besorgt.

Dieser erstklassige Schokokuchen is außerdem frei von Milchprodukten (laktosefrei) und ist in weniger als 10 Minuten zubereitet. Er ist nicht nur äußerst lecker, sondern er enthält unglaublicher Weise auch noch Olivenöl und Balsamico-Essig. Aber keine Sorge, den schmeckt man nicht einzeln heraus. Der Kuchen ist feucht etwas mit einem Browny zu vergleichen.

Übersicht

  • Vorbereitungszeit: ca. 5 Minuten
  • Backzeit: 50 Minuten
  • Für: 6-8 Personen
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Zutaten:

  • 340ml (1,5 Becher) Standard-Mehl (oder glutenfreies Mehlmix ohne Backpulver)
  • 280ml (1,25 Becher) Puderzucker
  • 110ml (0,5 Becher) dunkles qualitativ hochwertiges Back-Kakao-Pulver (“zartbitter” für den besten Geschmack)
  • 1,25 TL Backsoda (nicht Backpulver)
  • 0,5 TL Salz
  • 80ml (1/3 Becher) Extra Natives Olivenöl
  • 1 EL Balsamico-Essig
  • 3 TL Pure Vanille-Essenz
  • 375ml (1,5 Becher) Wasser

Zutaten Glasur:

  • 150g gehackte dunkle Schokolade (50% Schokostücke; laktosefrei)
  • 125g laktosefreier Olivenölbrotaufstrich oder 150ml Kokusnuss-Creme
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung:

  1. Ofen auf 170ºC vorheizen. Ober- & Unterhitze.
  2. Ein 20cm Buchenblech einfetten und mit Schokopulver bestäuben. (Blech sollte nicht zu groß sein, da der Kuchen recht flach wird)
  3. Mehl, Zucker, Kakao, Backsoda und Salz durch ein sieb in eine große Schüssel sieben. Mit einem Schneebesen gleichmäßig vermischen und eine große Mulde in der Mitte machen.
  4. Olivenöl, Balsamico-Essig, Vanille und Wasser in die Mulde schütten. Mit dem Schneebesen von der Mitte aus anfangen zu verrühren, bis es eine gleichmäßige Masse wird. Ein paar kleine Klumpen in der Masse sind nicht so schlimm, die verschwinden beim Backen.
  5. Platziere den Kuchen ein Level unterhalb der Mitte im Ofen und backe ihn ungefähr 50 Minuten oder bis ein Zahnstocher / eine Nadel wieder sauber aus der Mitte heraus kommt. Nimm dann den Kuchen aus dem Ofen.
  6. Wenn er als Kuchen serviert werden soll, lass ihn mind. 10 Minuten auf dem Blech abkühlen. Der Kuchen kann auch schon so einfach mit Puderzucker serviert werden, oder eben mit einer Glasur (siehe unten).

Der Kuchen hält sich in einer luftdichten Box etwa 4 Tage (wenn er nicht vorher weg geschlemmt wurde).

Zubereitung Glasur:

  1. Platziere die Schokostücke und Olivenölbrotaufstrich (oder Kokusnuss-Creme) in eine wärmeresistente Schüssel, welche in einem Wasserbad erwärmt wird. Rühre um, bis alles geschmolzen ist. Nehme die Schüssel dann aus dem Wasserbad und füge das Olivenöl hinzu.
  2. Lass es bei Raumtemperatur abkühlen, bis der Inhalt dick genug ist, um es auf den Kuchen zu streichen. Wenn du es durch den Kühlschrank beschleunigen möchtest, dann hab ein Auge drauf. Es bedarf regelmäßiges umrühren.

Fertig ist der Schokokuchen.

Guten Appetit! 🙂

Mehr Rezepte bei: Cooking (de)

Quellen:

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Wie man Sekundenkleber richtig aufbewahrt

Wie oft ist es jedem von uns schon passiert?

Wir haben eine Tube Sekundenkleber gekauft, um kurz etwas zu kleben. Nicht einmal ein Viertel haben wir verbraucht und machen somit die Tube zu und verstauen sie. Das nächste Mal, wenn wir Sekundenkleber brauchen, öffnen wir die Tube und der Kleber ist komplett hart; nicht mehr nutzbar. Eine neue Tube muss her und wir ärgern uns über die Verschwendung.

Das muss nicht sein. Sekundenkleber muss einfach nur korrekt aufbewahrt werden; und zwar im Kühlschrank. Ja, richtig, im Kühlschrank. Als ich dies das erste Mal gehört habe, konnte ich es kaum glauben. Aber nachdem wir es dann mal probiert haben, musste ich feststellen, dass der Kühlschrank tatsächlich den Unterschied macht. Jetzt ist unser Alleskleber (aka Superglue) schon seit 10 Jahren ein fester Bestandteil unseres Kühlschranks.

Sekundenkleber bleibt im Kühlschrank über Monate wenn nicht Jahre flüssig und jederzeit sofort nutzbar. Probiert es aus. Ihr werdet überrascht sein.

 

Hinweis: Den Sekundenkleber außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Auch wenn die meisten Kinder schon von klein auf lernen was Kleber ist, sicher ist sicher. Also am Besten weit oben im Kühlschrank platzieren, wo Kinder nicht so einfach hin kommen.

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